Optimismus in der Branche

 

Mit einer repräsentativen Beteiligung deutscher Immobilienjournalisten fand am 7. Dezember 2006 die Jahreshauptversammlung deutscher Immobilienjournalisten statt. Der Blick auf die Teilnehmerliste macht deutlich, dass der immpresseclub in den letzten Jahren durchaus eine ernstzunehmende Vertretung auch der Brancheninteressen geworden ist.

Jens Friedemann, Immobilien-Ressortleiter der FAZ wurde neu in den Vorstand gewählt. Friedemann macht sich für einen klaren inhaltlichen Rahmen des immpresseclubs stark. “Der Immobilienbrief“-Herausgeber Werner Rohmert, u. a. Immobilienspezialist von „Der Platow Brief“, wurde als Vorsitzender ebenso wie Peter Horn, Süddeutsche Zeitung, als Stellvertreter einstimmig bestätigt.

Inzwischen sind die nahezu alle Immobilien-Fachmedien im immpresseclub vertreten (siehe Teilnehmerliste unten). Die künftige Arbeit des Vereins der Immobilienjournalisten sieht u. a. auch vor, regelmäßig die Meinungen der Immobilienjournalisten zu Sachfragen der Branche durch interne Umfrage zu ermitteln und zu veröffentlichen.

Inhaltlich standen auf dieser Tagung „bodenständige“ Sachfragen im Vordergrund: In der deutschen Immobilienwirtschaft bestimmten in den vergangenen Jahren vor allem Wertverluste und unerfüllte Renditeerwartungen bei den Immobilieninvestments die Schlagzeilen. Zum Jahreswechsel 2006/2007 überwiegen nun wieder die optimistischen Töne und Prognosen: Bessere Jahre für die Immobilienbranche und Licht am Ende des Tunnels seien sowohl im Wohn- als auch im Gewerbeimmobilienbereich sichtbar.

Trotzdem hat die Immobilienkrise zu Entwicklungen und Strukturveränderungen in der Branche geführt, die vieles verändert haben. Die breite Themenpalette des zweiten Treffens 2006 des immpresseclubs e.V. – der Vereinigung von Immobilienjournalisten – stand darum ganz im Zeichen dieser Auswirkungen.

Eine dieser Entwicklungen ist ein massiver Einstieg ausländischer Investoren, Opportunity Funds – in deutsche Immobilienunternehmen. Zu den Übernahme- „Opfern“ zählt die GSW Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin, die 2004 mit ihren damals über 65.000 Wohnungen vom Berliner Senat an die Goldman Sachs und die US Investmentgesellschaft Cerberus verkauft wurde. Thomas Rücker, Mitglied der GSW-Geschäftsführung, erläuterte den Journalisten, wie sich die GSW seither vom „Halter eines großen landeseigenen Wohnungsbestands hin zu einem dynamischen Immobilienunternehmen“ gewandelt hat und weiter verändert. Rücker beschrieb wie mit Einsparungs-, Rationalisierungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen einerseits die Renditen des Unternehmens gesteigert werden und wie mit verschiedenen Programmen und „operativen Werthebeln“ andererseits die Wertentwicklung des Wohnungsbestands, dessen aktiver Verkauf schon begonnen hat, positiv beeinflusst werden soll.

Immobilieninvestments – wie z. B. geschlossene Fonds – verkaufen sich mit Bewertungen von vermeintlich „unabhängigen“ Rating-Agenturen mit bekannten Namen leichter. Die Haftung dieser Rating-Agenturen für ihre Immobilienbewertung und Renditeprognosen beschäftigt immer wieder die Gerichte. Über den Stand der Rechtsprechung und die gesetzliche Lage informierte Rechtsanwalt Werner Klumpe, von Klumpe, Schroeder + Partner GbR, einer der bekannten Kanzleien im Kapitalanlage- und Immobilienbereich. Es wurde dabei klar, dass ein Rating von Agenturen wie Scope, Feri, GUB etc. vor Gericht angreifbar ist, wenn ein Fondsinitiator dieses Rating in Auftrag gegeben hat. Je intensiver die Zusammenarbeit mit der Rating-Agentur dann im Vertrieb der Fonds ist, desto größer die Chance des Anlegers, Sachadensansprüche aufgrund „potenzieller Interessenskonflikte der Analysten“ gegenüber der Rating-Agentur durchsetzen zu können. Als Beispiel nannte Werner Klumpe gemeinsam Roadshows von Fondsgesellschaft und Rating-Agentur. Hier sei der Anspruch an die Rating-Agentur von Objektivität, Unabhängigkeit und Neutralität“ in Zweifel zu ziehen.

Zu den Gewerbeimmobilien, die boomen und sich bislang als weniger krisenanfällige Kapitalanlage im Vergleich zu anderen Immo-Investments erwiesen, zählen die Logistikimmobilien. Einer der langjährig erfahrenen und erfolgreichen Entwickler von Logistikimmobilien ist die Garbe Unternehmensgruppe aus Hamburg. Geschäftsführer Sebastian Ott präsentierte die Firmenstrategie bei der Planung, Projektierung und Fertigung von Logistikimmobilien. Diese reichen von Anlagen für den sofortigen Warenumschlag über klassische Logistikzentren mit Lagerkapazitäten bis hin zu automatisierten Logistikzentren. Für die Ertragsentwicklung von Logistikfonds gab sich Ott zuversichtlich. Den angestrebten Renditen um jährlich 8 Prozent käme man in Zukunft wieder näher. Er gab jedoch zu, dass man derzeit mit durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr unter den eigenen Zielen liege.

Bevor immobilienpolitische Themen diskutiert wurden, gab es ein besonderes Highlight der Veranstaltung. Der Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück (auch Sitz des Verlages), Bernd Jostkleigrewe, war einer Einladung des 1. Vorsitzenden des immpresseclub e.V., Werner Rohmert, gefolgt und stellte das Wirtschaftszentrum AUREA vor, dessen Vermarktung ab Anfang 2007 startet. Der Kommunalpolitiker begeisterte die anwesenden Journalisten neben seiner Idee, Wirtschaftsförderung auf vollkommen unkonventionelle Art zu betreiben auch durch die Art des engagierten und motivierenden Vortrags.

Unter dem Namen AUREA wird ein 140 Hektar großes Gewerbegebiet promotet, das einen eigenen Anschluss an die Autobahn A2 hat, 24-Stunden-Betrieb ermöglicht und gemeinsam von den drei Kommunen Rheda-Wiedenbrück, Oelde und Herzebrock-Clarholz getragen wird. Neben den vielen Vorzügen der Lage der wirtschaftsstarken und auch bevölkerungsmäßig prosperierenden Region Ostwestfalen „im Herzen Europas“ wirken besonders die Anstrengungen zur unbürokratischen und kostengünstigen Ansiedlung überzeugend. Nach dem Motto „Bei uns ist Wirtschaftsförderung Chefsache“ sollen interessierte Unternehmen nur einen zentralen Ansprechpartner statt unzähliger verschiedener Ämter haben und innerhalb von sechs Wochen die Baugenehmigung erhalten. – Nach Meinung der meisten Anwesenden ein nachahmenswertes Beispiel von kreativer Wirtschaftsförderung, von dessen Erfolgen man sicher noch einiges hören wird.

Als Abschluß des offiziellen Teils der immpresseclub-Veranstaltung ging MinDir Dr. Peter Runkel, Leiter der Abt. Stadtentwicklung und Wohnen beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auf immobilienpolitische Beschlüsse, Vorhaben und den Stand der politischen Diskussionen in seinem Ministerium ein. Dabei stand vor allem die geplante Einführung der deutschen REITs im Interesse. Hier verteidigte der Ministerialbeamte die Auffassung des Ministeriums die Einführung des G-REITs – auch in der vorgesehenen Form ohne Einbeziehung der Wohnimmobilien. Das sei besser „als nichts“ und als Kompromiss ein Schritt hin zur Ermöglichung des REITs für alle Immobilienarten. Wegen fehlender Belastbarkeit der Umfrageergebnisse hat die Politik vorsichtshalber darauf verzichtet, Unternehmen zu fragen, ob es genug Immobilien für den Reit gibt.

Wie bei allen Veranstaltungen des immpresseclubs gute Tradition, berichteten auch diesmal wieder einige Fördermitglieder über Neuigkeiten aus Ihren Unternehmen. Geschäftsführer Morten Hahn von Dr. Lübke Immobilien GmbH blickte stolz auf die Geschäftsentwicklung seit der Übernahme des Unternehmens von der Dresdner-Bank-Gruppe vor vier Jahren zurück. Nach dem Rekordjahr 2005 werde auch das laufende Geschäftsjahr 2006 bei Umsatz und Ertrag mit dem besten Ergebnis seit 1990 abschließen.

Geschäftsführer Reiner Seelheim vom Fondsinitiator Blue Capital GmbH, sprach über die ungünstige Entwicklung des Immobilienmarktes in den USA, wo das Unternehmen bislang schwerpunktmäßig aktiv war. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sich das Platzen der „Immobilien-Blase“ vor allem im Wohnhaus-Sektor nicht übermäßig stark auf die Gesamtkonjunktur in den USA und damit auch auf den Gewerbeimmobilienbereich auswirke. Seelheim forderte, dass sich die Anleger auch bei Immobilieninvestments insgesamt an die inzwischen in allen Bereichen des Kapitalmarkts gesunkenen Renditen gewöhnen müssten.

Im Rahmen des Abendessens, das im exklusiven „China-Club“ des Hotel Adlons stattfand, nutzten die Geschäftsführer Michael Zimmer und Dr. Michael Albertz von der Düsseldorfer Corpus Immobiliengruppe GmbH & Co. KG, die Gelegenheit, deren optimistische Prognose zur Entwicklung der Immobilienmärkte in Deutschland und insbesondere in Berlin darzulegen. Corpus setzt auf eine nachhaltige Belebung der Gewerbeimmobilienmärkte als auch auf Wertsteigerungen von Wohnimmobilien – zumindest in guten und gefragten Lagen. Dementsprechend verstärkt die Immobiliengruppe, zu deren Assets rund 10.000 Wohnungen zählen, nun die Aktivitäten im Bereich gewerblicher und insbesondere von Einzelhandelsimmobilien.

Thomas Döbel / Werner Rohmert

Teilnehmerliste Journalisten-Tagung immpresseclub
am 7.12.2006 im Hotel Adlon, Berlin:

Bobka, Gabriele, Chefredakteurin Deutsche Immobilien-Akademie (DIA); Degener, Arne, „Der Immobilienbrief“; Dentz, Markus, “FINANCE“, F.A.Z.-Institut; Döbel, Thomas, „Elite Report“; Friedemann, Jens, Ressortleiter Immobilien FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung; Gotzi, Markus, Fachjournalist FTD, Welt, Welt a.S. u.a.; Chefredakteur „Der Fonds Brief“; Horn, Peter, Ressortleiter Immobilien „Süddeutsche Zeitung“; Labusch, Dirk, Chefredakteur „Immobilienwirtschaft“; Löffler, German J.S Badische Zeitung; Loipfinger, Stefan, Verleger u. Chefredakteur „fondstelegramm“; Porten, Thomas, Chefredakteur „Immobilien Zeitung“; Raggamby, Nikolaus von, Redakteur Immobilien u. Sonderbeilagen FTD FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND; Rohmert, Werner, Immobilienspezialist „Der Platow Brief“; Herausgeber u. Vorstand „Der Immobilienbrief“; Schönfels, Hans-Kaspar von, freier Wirtschaftsjournalist, „Elite Report“; Warda, Gerd, Chefredakteur, „DieWohnungswirtschaft“; Wachter, Alexander Dr., Thomas Daily News

Freie Journalisten: Escher, Gudrun, Fachjournalistin (u.a. Handelsblatt); Schönfels, Re von, freie Journalistin und Mediengestalterin; Scholl, Robert, M.A., Ministerialdirigent, Fachjournalist; Stimpel, Roland, „Plan Immobilienjournal“; Trusheim, Dirk; Unterreiner, Frank Peter, u.a. Immobilienbeilagen der FAZ; Vierbuchen, Ruth Dr.; Wüst, Birgit; Erdmann, Bettina, Journalistin; Henkel, Regina Journalistin.

immpresseclub Workshop in Berlin

Die deutsche Immobilienwirtschaft wird als Bestandteil der Finanzbranche in immer stärkerem Maße auch von internationalen Investoren beeinflusst. Aus diesem Grund treten auch internationale Standards in der Immobilienbewertung sowie international übliche Finanzierungsinstrumente immer stärker in den Vordergrund. Dies war Anlass für die Mitglieder und Fördermitglieder des immpresseclub e.V., der Arbeitsgemeinschaft europäischer Immobilienwirtschaftsjournalisten, sowie Kolleginnen und Kollegen der Baufachpresse, sich mit den Auswirkungen der internationalen Standards und Gepflogenheiten auf die deutsche Immobilienwirtschaft zu befassen. Zu diesem Zweck trafen sich die Journalisten am 3. August 2006 im Berliner Hotel Adlon Kempinski am Berliner Platz auf einem Weiterbildungsseminar. Bereits im Vorjahr hatten Themen des internationalen Einflusses auf den Immobiliensektor auf dem Programm des immpresseclubs gestanden: Man hatte sich über die „Übernahme deutscher Immobilienbestände durch Opportunity Funds“ sowie die „Einführung von REITs in Deutschland“ informiert.

Diesmal ging es in Berlin um die Immobilienbewertung bei der internationalen Konzernrechnungslegung und die IFRS (International Financial Reporting Standards), die künftig auch in der EU angewendet werden. Hierzu vermittelte der Experte in Sachen Immobilienbewertung, Dipl. Kfm. Dietmar Schröder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG aus Frankfurt, den Journalisten interessante Kenntnisse und Rüstzeug, um Bilanzen nach den neuen Standards lesen und interpretieren zu können. Ziel der Internationalisierung der Bilanzierung sei die Transparenz in der Kapitalmarktkommunikation der Asset-Klasse Real Estate zu verbessern. Allerdings bleibt auch nach neuen Rechnungslegungsstandards – vor allem in der Umstellungsphase – erheblicher Spielraum für die Bewertung. Dennoch, so Schröder, „schafft die marktorientierte Bilanzierung nach IFRS-Standards durch den Fair-Value-Ansatz bei der Immobilienbewertung eine höhere Transparenz“, die letztendlich dem Markt nutze.

Im zweiten Teil des Workshops erklärte Professor Dipl. Kfm. Volker Hardegen, langjähriger Generalbevollmächtigter der Aareal Bank AG und heutiger Professor für Immobilienwirtschaft an der Hochschule für Umwelt und Wirtschaft, Nürtingen-Geislingen, in einem sehr anschaulichen Vortrag die Verbriefung (Securitization) als Instrument der Optimierung von Kredit- und Immobilienportfolios. Dieses im angelsächsischen Raum lange übliche Verfahren wird in den letzten Jahren in zunehmendem Umfang auch von deutschen Immobilienfinanzierern genutzt. Volker Hardegen machte deutlich, dass Immobilienbranche und Finanzindustrie mit der Verlagerung der Kreditrisiken von der Bank auf den Markt immer stärker zusammenwachse. Professor Hardegen zeigte anhand eines konkreten Beispiels aus dem Bankenalltag, wie eine Verbriefung in der Praxis abläuft.

Wie bei allen Veranstaltungen des immpresseclubs hatten schließlich die Fördermitglieder die Gelegenheit, die Journalisten über ihre Aktivitäten und News aus ihren Unternehmen zu informieren: Pressesprecherin Bea Steindor vom Essener Immobilien-Investor und –Projektentwickler Kölbl Kruse GmbH, informierte über aktuelle Investionsprojekte ihres Unternehmens für Gewerbeimmobilien in Essen, Duisburg und Köln. Rainer Seelheim, Geschäftsführer der Blue Capital GmbH, Hamburg, berichtete über die Entwicklung einzelner geschlossener Immobilienfonds des Hauses und gab eine Einschätzung der Marktsituation sowie einen Ausblick auf die künftige Entwicklung der Immobilienbranche im Inland und auch auf den für Immobilieninvestments interessanten internationalen Märkten. Nach der Seminarveranstaltung des immpresseclub e.V. fand zum Abschluss des Treffens im Berliner Restaurant TUCHOLSKY ein gemeinsames Abendessen statt, bei dem auch über künftige Ziele und Arbeit des immpresseclubs diskutiert wurde.

Thomas Döbel

Beim zweiten Treffen des impresseclub e.V. im Jahr 2005 widmeten sich die Mitglieder und Gäste im Kölner Hotel Hilton Cologne am 8. Dezember 2005 dem Thema „REITs (Real Estate Investment Trusts) und deren Einführung in Deutschland“. Vor rund 50 Journalisten der Immobilien-, Wirtschafts- und Bauchfachpresse gab Dr. Thorsten Schilling, Leiter Real Estate Market Research der Feri Rating & Research GmbH zu Beginn einen Überblick über die derzeitige Lage der Volkswirtschaft und der Immobilienmärkte in Deutschland und verglich sie mit anderen Ländern. Prof. Dr. Jens Kleine, Partner der I.C.M.E. GmbH Management Consultants und Professor für Finanzdienstleistungen an der Steinbeis-Hochschule, Berlin, referierte anschließend über das Potential von REITs in Deutschland und die Chancen für die Unternehmen bei deren Einführung.

Der zur Veranstaltung eingeladene MdB Leo Dautzenberg, hatte seine ursprüngliche Zusage kurzfristig zurückgezogen, so dass der Steuerexperte Dr. Hans Volkert Volckens, RA, StB, BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die Aufgabe übernahm, über den aktuellen Stand der REITs-Gesetzgebung nach dem Regierungswechsel zu berichten. Fondsmanager Stefan Leibold vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger KG, der den Fonds E&G Fonds Immobilienaktien Europa managt, informierte in seinem Referat über Immobilienaktien- deren Bewertungen und Performance.

Die Veranstaltung, die vom 1. Vorsitzenden des immpresseclub e. V., Werner Rohmert, organisiert worden war, wurde mit einer Diskussion abgerundet. Dabei herrschte weitgehende Übereinstimmung darüber, dass die Einführung von REITs die Immobilienmärkte in Deutschland effizienter und interessanter machen wird. Als Anlageinstrument sollten REITs nach Meinung der Beteiligten vorrangig den Profis und gut informierten Investoren dienen.

Nach der anschließenden Jahresmitgliederversammlung des immpresseclub e.V., die den bisherigen Vorstand in gesamter Besetzung wiederwählte, fand zum Abschluß des Treffens im Kölner Restaurant VINTAGE bei einem gemeinsamen Abendessen ein Pressegespräch der CORPUS Immobiliengruppe statt, bei dem CORPUS-Geschäftsführer Michael Zimmer sein Unternehmen und dessen Arbeit den Journalisten präsentierte.

Das zweite Branchentreffen des immpresseclubs

Das Fünf-Sterne Grand Hotel – geplant von Hillmer, Sattler und Albrecht, Berlin – mit 302 Zimmern, einem leistungsfähigen Veranstaltungsbereich und einem der größten Ballsäle Berlins wurde im Januar 2004 auf dem Lenné-Dreieck eröffnet. Es ist Teil des Beisheim-Centers mit Blick auf den Tiergarten und den Potsdamer Platz. Das 16-geschossige Hotel, im Art Déco-Hochhausstil der frühen Moderne in den USA, versucht im Inneren an Karl Friedrich Schinkel anzuknüpfen.

Neben Hillmer, Sattler und Albrecht planten David Chipperfield, London, Prof. Albers, Berlin, und Modersohn & Freiesleben, Berlin, direkt daneben äußerst anspruchsvolle Gebäude – luxuriöse Apartments, mehrere Bürobauten und ein zweites Hotel – das Berlin-Marriott, ebenfalls ein Fünf-Sterne-Haus mit 379 Zimmern. Im Jahr 2006, wenn der Nord-Süd-Fernbahntunnel mit Zugang direkt vor dem Hotel in Betrieb geht, wird das gesamte jetzt schon gut frequentierte Areal weiterhin aufgewertet. Dies verstärkt sich zudem, wenn der benachbarte Leipziger Platz in zwei, drei Jahren fertiggestellt wird.

immpresseclub 1. Branchentag

Der Start des neugegründeten immpresseclubs, der ARGE Arbeitsgemeinschaft europäischer Immobilienwirtschaftsjournalisten, begann vielversprechend am Pariser Platz, direkt am Brandenburger Tor. Die Dresdner Bank hatte im Obergeschoß mit bestem Stadtausblick Räume zur Verfügung gestellt. 20 Immobilienjournalisten aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist. Club-Vorstandsmitglied, Robert Ummen,
„Die Welt“/ „WamS“, begrüßte und eröffnete den 1. Branchentag, an dem sich von 9.00 bis 18.00 Uhr sechs verschiedene Firmen präsentierten.

Der immpresseclub will die Begegnungen zwischen der Presse und der Immobilienwirtschaft intensivieren und durch die Branchentage vereinfachen und dabei für alle Beteiligten Zeit und Geld sparen. Ummen freute sich über die äußerst positive Resonanz bei den Immobilienfirmen. Es lagen mehr Anmeldungen vor als der Club annehmen konnte. Club-Master Rolf Ludwig Schön, allen von der Expo Real in München bekannt, moderierte von Gast zu Gast: Blue Capital AG Geschäftsführer Reiner Seelheim, Falk Capital AG Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Thomas Engels, Deutsche Euroshop AG Vorstandsmitglied Claus-Matthias Böge, Fundus Gruppe, Geschäftsführer Anno August Jagdfeld, Immobilien Scout 24, Geschäftsführer Jürgen Böhm, Stiwa Immobilienmanagement & Consulting Chartered Surveyors RICS Deutschland e.V. Carl O. Stinglwagner. In der kommunikationsintensiven Arbeits-Atmosphäre entwickelte sich schnell ein angenehmer und intensiver Kontakt wischen den Journalisten und den jeweiligen Firmenleitungen. Nach den rund 40-minütigen Präsentationen blieb Zeit für Fragen. Auch in den Pausen bot sich Gelegenheit zu Gesprächen. Ein Highlight des Tages war der Vortrag von Staatssekretär Achim Großmann vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen „Die Immobilienpolitik nach dem Scheitern des Steuervergünstigungsabbaugesetzes“. Die zukünftigen Bevölkerungsprognosen erfordern als Antwort zum Beispiel auf Wohnungsleerstände nicht nur in den neuen Ländern, sondern auch im Gebiet der alten Bundesrepublik eine geänderte Städtebauförderung. Viele Städte müssen behutsam zurückgebaut werden. Nach Großmanns Ausführungen entwickelte eine lebhafte Diskussion mit den Journalisten und der Staatssekretär blieb trotz drängender Termine wesentlich länger als geplant. Zum Tagesausklang hatte Fundus Chef Anno August Jagdfeld in den im wahrsten Sinne des Wortes exklusiven China-Club, etwas versteckt hinter dem Hotel Adlon gelegen, eingeladen. Rundum für alle Mitglieder des immpresseclubs und der beteiligten Firmen ein gelungener Auftakt, wie Club-Master Schön am Ende des Abends vor allen Gästen im China-Club zufrieden feststellen konnte.

Der Club denkt über neue Konzentrat-Treffen nach. Anregungen sind willkommen. Es laufen Planungen und Kontakte nach Brüssel, (Belastet die EU-Politik die Immobilienfonds?) nach Barcelona (Ferienimmobilien) und Frankfurt. War der erste Branchentag thematisch breit angelegt, kann zukünftig auch jeweils für mehrere Präsentationen ein Motto gewählt werden. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, den Tag mittels eines Gesprächspartners vorzubereiten – soweit es sich um ein entsprechend wichtiges Thema handelt.

Tagung der Immobilienjournalisten in Berlin

Verspätete Flieger und Züge beherrschten die im Schneechaos wörtlich zu nehmende Winterveranstaltung des immpresseclub e. V., der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten, in Berlin. Genervt, aber gut gelaunt trafen Referenten und Kollegen mit mindestens 2 aber durchaus auch 5 Stunden Verspätung zur Veranstaltung ein. Die Information, dass man in Berlin nicht landen könne, ließ die Organisatoren, also das Team von „Der Immobilienbrief“ fatalistisch die Schulter zucken. Zu unserer Überraschung schafften es trotz anfänglich nur einer Handvoll Teilnehmer, Bahn, Lufthansa und Co. zur Kaffeepause die meisten Journalisten im Hilton abzuliefern. Der letzte traf allerdings erst zum Abendessen ein. Nach dem Organisations-Motto, die Zukunft kann man nicht vorhersehen, aber man kann sich darauf vorbereiten, kamen die ersten beiden Referenten aus Berlin. Die harte Tour mit Umstieg von nicht fliegenden Fliegern auf einen verspäteten Zug meisterte im Kampf gegen eine aufziehende Grippe Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC Asset AG.

Die alljährliche Veranstaltung zur Jahreshauptversammlung des immpresseclub stand diesmal im Zeichen von Kommunikation und Zukunftsperspektiven für die Branche. Demnach prägt vor allem Unsicherheit den Markt. Das ließ auch Dr. Frank Steffel, Mitglied des deutschen Bundestages und dort zuständig für die Immobilienbranche im Finanzausschuss durchklingen. Die Regulierung der Offenen Immobilienfonds, die europäische Finanzkrise sowie die ökologische Zukunft des Wohnens stehen derzeit im Fokus der Regierung, wenn es um die Immobilie geht. Auch wenn die Regulierungsbemühungen für Offene und Geschlossene Immobilienfonds gerade die Opfer der Krise trifft und nicht die Schuldigen, können von ihr positive Wirkungen ausgehen. Wichtig ist, dass Kleinanleger bis 5.000 Euro Rückgabesumme weder von neuen Haltefrist noch von Kündigungsfristen betroffen sind. Ob die Regulierung überhaupt notwendig war oder auf schlechte BVI-Pressearbeit und einige sportliche Managemententscheidungen zurückzuführen war, sei hier nicht diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass in rund einem Jahr die Frist für derzeit „geschlossene“ Offene Immobilienfonds ausläuft, ist die neue Kündigungsfrist sinnvoll, da sie die Öffnung der Fonds ermöglichen dürfte. Der immpresseclub-Vorsitzende, Werner Rohmert, machte aber gegenüber Steffel deutlich, dass mit der Regulierung die Krise nun ihre Opfer fresse und fragte, wieso jeder über die OIF diskutiere, während gleichzeitig über die Fonds internationaler Anbieter, die durchaus größere Marktverwerfungen hervorrufen können, nicht gesprochen würde. Ulrich Höller zeichnete positive Perspektiven für die Immobilienaktie, deren Attraktivität durch die Krise der offenen Immobilienfonds und Solvency II erhöht werde. Als Aufgaben der Immo AG’s nannte Höller klarere Kommunikation und Positionierung, denn Immobilienaktien seien ein Vehikel für risikobewusste Investoren, aber kein Sparplan, und Erhöhung der Transparenz. Die Entwicklung der deutschen Immobilien-AG’s brauche aber Zeit. Dann sei eine gelungene Restrukturierung und Konsolidierung ebenso wie der Ausbau des REIT in Sicht. Der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Berlin, Ulrich Kissing, referierte zu den Perspektiven des Immobilienmarktes Berlin und zu Auswirkungen der Krise, die durch Einschränkungen des Bankensektors zu einer ruhigeren konjunkturellen Entwicklung führen dürften.

Ergin Iylikci, Kommunikationschef der Scout24-Gruppe hatte die Bedeutung des mobilen Internet im Visier. Gemäß einer Studie von Morgan Stanley „Internet Trends“ aus April 2010, wird „das mobile Internet in 5 Jahren das Desktop-Internet überholt haben. Apple sei der Wachstumstreiber des mobilen Internet. Das Internet beschränke sich nicht mehr auf Notebooks und PC. Neue Geräte wie Tablet-PC erobern den Markt. Das Internet werde immer und überall verfügbar. Nutzer hätten theoretisch an jedem Ort Zugriff auf alle Informationen des Web. Nutzer erhielten Informationen, die unmittelbar mit ihrem aktuellen Standort verknüpft seien (Location Based Services). Die Kommunikation werde sich weiter beschleunigen. Das bedeute für die Vermarktung von Immobilien, dass der Printmarkt weiter schrumpfen werde. Die Imagewerbe-Funktion, die Print bislang noch habe, werde z.B. durch Videowerbung im Netz weiter verdrängt. Online werde nochmals einen Wachstumsschub erleben. Die Nachfrager würden noch besser informiert sein und höhere Erwartungen haben. Es sei wichtig die Nutzer da abzuholen, wo sie zukünftig sein werden: im mobilen Internet. Mit den Tablet-Computern erobere eine neue Geräteklasse das mobile Internet. In der Hauptversammlung des immpresseclub, die diesmal ohne Gäste stattfand, wurden Themen aus der geänderten Wettbewerbssituation besprochen. Im Vorstand des immpresseclub bleibt alles beim Alten. Vorstand bleibt Werner Rohmert mit den Stellvertretern Frank Peter Unterreiner und Peter Horn. Schatzmeister bleibt Robert Scholl und Kassenprüfer Nikolaus von Raggamby. (AE/WR)

Wozu braucht man einen Immobilien-Presseclub?

 

„Am ersten Messetag treffen sich die führenden Immobilienjournalisten Deutschlands zur ersten Sitzung des immpresseclubs. Wir fragen Initiator Hans-Kaspar von Schönfels: Wozu braucht man einen solchen Club?“

Der Wertpapiersektor beherrscht die öffentliche Wahrnehmung stärker als die im Hintergrund stehenden Sachwerte. Doch in der jüngsten Vergangenheit ist diese Einseitigkeit in Bewegung geraten: Allen voran erobert die Immobilie sich allmählich den ihr gebührenden Rang als Assetklasse. Auch wird ihre volkswirtschaftliche Bedeutung immer mehr erkannt und zum vielschichtigen Thema. Darüber hinaus hat eine zunehmende Professionalisierung die ganze Branche erfasst. Dieser Prozess hat natürlich einen großen Einfluss auf die Medien. Egal, ob fachlich oder populär, man hat alle Herausforderungen angenommen. Um jedoch mit den aktuellen Veränderungsprozessen und den damit steigenden Qualitätsansprüchen seitens der Branche und der Leser Schritt halten zu können, haben sich kürzlich fast alle leitenden deutschen Immobilienjournalisten in ihrem eigenen „immpresseclub“ zusammengeschlossen. Die Chefredakteure der Zeitschriften und Ressortleiter der Tageszeitungen wollen in Kooperation mit den freien Journalisten mittels ihrer „Arbeitsgemeinschaft europäischer Immobilienjournalisten“ die Kommunikation zwischen ihren Medien und der Immobilienwirtschaft optimieren. Mit diesem verbesserten Informationsaustausch will man gemeinsam wachsen und hinsichtlich Qualität und Vitalität auch führen. Immer wieder klagen Redakteure, dass etliche Unternehmen der Immobilienbranche noch nicht den richtigen Informationsweg und -fluss gefunden haben. Die Clubmitglieder wollen diese Prozesse erleichtern und zugleich auch unterden Mitgliedern für mehr Branchenbewusstsein sorgen. „Fordern und fördern“ lautet das Motto der Immobilienjournalisten. Sie wissen, dass in puncto Immobilie thematisch noch grosser Nachholbedarf besteht.