Tagung der Immobilienjournalisten in Berlin

Verspätete Flieger und Züge beherrschten die im Schneechaos wörtlich zu nehmende Winterveranstaltung des immpresseclub e. V., der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten, in Berlin. Genervt, aber gut gelaunt trafen Referenten und Kollegen mit mindestens 2 aber durchaus auch 5 Stunden Verspätung zur Veranstaltung ein. Die Information, dass man in Berlin nicht landen könne, ließ die Organisatoren, also das Team von „Der Immobilienbrief“ fatalistisch die Schulter zucken. Zu unserer Überraschung schafften es trotz anfänglich nur einer Handvoll Teilnehmer, Bahn, Lufthansa und Co. zur Kaffeepause die meisten Journalisten im Hilton abzuliefern. Der letzte traf allerdings erst zum Abendessen ein. Nach dem Organisations-Motto, die Zukunft kann man nicht vorhersehen, aber man kann sich darauf vorbereiten, kamen die ersten beiden Referenten aus Berlin. Die harte Tour mit Umstieg von nicht fliegenden Fliegern auf einen verspäteten Zug meisterte im Kampf gegen eine aufziehende Grippe Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der DIC Asset AG.

20101215153724i

Die alljährliche Veranstaltung zur Jahreshauptversammlung des immpresseclub stand diesmal im Zeichen von Kommunikation und Zukunftsperspektiven für die Branche. Demnach prägt vor allem Unsicherheit den Markt. Das ließ auch Dr. Frank Steffel, Mitglied des deutschen Bundestages und dort zuständig für die Immobilienbranche im Finanzausschuss durchklingen. Die Regulierung der Offenen Immobilienfonds, die europäische Finanzkrise sowie die ökologische Zukunft des Wohnens stehen derzeit im Fokus der Regierung, wenn es um die Immobilie geht. Auch wenn die Regulierungsbemühungen für Offene und Geschlossene Immobilienfonds gerade die Opfer der Krise trifft und nicht die Schuldigen, können von ihr positive Wirkungen ausgehen. Wichtig ist, dass Kleinanleger bis 5.000 Euro Rückgabesumme weder von neuen Haltefrist noch von Kündigungsfristen betroffen sind. Ob die Regulierung überhaupt notwendig war oder auf schlechte BVI-Pressearbeit und einige sportliche Managemententscheidungen zurückzuführen war, sei hier nicht diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass in rund einem Jahr die Frist für derzeit „geschlossene“ Offene Immobilienfonds ausläuft, ist die neue Kündigungsfrist sinnvoll, da sie die Öffnung der Fonds ermöglichen dürfte. Der immpresseclub-Vorsitzende, Werner Rohmert, machte aber gegenüber Steffel deutlich, dass mit der Regulierung die Krise nun ihre Opfer fresse und fragte, wieso jeder über die OIF diskutiere, während gleichzeitig über die Fonds internationaler Anbieter, die durchaus größere Marktverwerfungen hervorrufen können, nicht gesprochen würde. Ulrich Höller zeichnete positive Perspektiven für die Immobilienaktie, deren Attraktivität durch die Krise der offenen Immobilienfonds und Solvency II erhöht werde. Als Aufgaben der Immo AG’s nannte Höller klarere Kommunikation und Positionierung, denn Immobilienaktien seien ein Vehikel für risikobewusste Investoren, aber kein Sparplan, und Erhöhung der Transparenz. Die Entwicklung der deutschen Immobilien-AG’s brauche aber Zeit. Dann sei eine gelungene Restrukturierung und Konsolidierung ebenso wie der Ausbau des REIT in Sicht. Der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Berlin, Ulrich Kissing, referierte zu den Perspektiven des Immobilienmarktes Berlin und zu Auswirkungen der Krise, die durch Einschränkungen des Bankensektors zu einer ruhigeren konjunkturellen Entwicklung führen dürften.

Ergin Iylikci, Kommunikationschef der Scout24-Gruppe hatte die Bedeutung des mobilen Internet im Visier. Gemäß einer Studie von Morgan Stanley „Internet Trends“ aus April 2010, wird „das mobile Internet in 5 Jahren das Desktop-Internet überholt haben. Apple sei der Wachstumstreiber des mobilen Internet. Das Internet beschränke sich nicht mehr auf Notebooks und PC. Neue Geräte wie Tablet-PC erobern den Markt. Das Internet werde immer und überall verfügbar. Nutzer hätten theoretisch an jedem Ort Zugriff auf alle Informationen des Web. Nutzer erhielten Informationen, die unmittelbar mit ihrem aktuellen Standort verknüpft seien (Location Based Services). Die Kommunikation werde sich weiter beschleunigen. Das bedeute für die Vermarktung von Immobilien, dass der Printmarkt weiter schrumpfen werde. Die Imagewerbe-Funktion, die Print bislang noch habe, werde z.B. durch Videowerbung im Netz weiter verdrängt. Online werde nochmals einen Wachstumsschub erleben. Die Nachfrager würden noch besser informiert sein und höhere Erwartungen haben. Es sei wichtig die Nutzer da abzuholen, wo sie zukünftig sein werden: im mobilen Internet. Mit den Tablet-Computern erobere eine neue Geräteklasse das mobile Internet. In der Hauptversammlung des immpresseclub, die diesmal ohne Gäste stattfand, wurden Themen aus der geänderten Wettbewerbssituation besprochen. Im Vorstand des immpresseclub bleibt alles beim Alten. Vorstand bleibt Werner Rohmert mit den Stellvertretern Frank Peter Unterreiner und Peter Horn. Schatzmeister bleibt Robert Scholl und Kassenprüfer Nikolaus von Raggamby. (AE/WR)

20101215153724i

Treffpunkt in Essen – In Europas Kulturhauptstadt 2010

20100622154209i

40 Immobilienjournalisten, Referenten und Gäste kamen am 10. Juni 2010  zur traditionellen immpresseclub-Sommertagung in das neue Atlantic Congress Hotel in Essen.

Es ergab sich ein Themen-Potpurri aus Wohnungspolitik, Auflebung der US-Immobilienkrise, Stand Kaufhof, Perspektiven der Veränderung der Medienlandschaft, Finanzierung und es folgte der Besuch der Zeche Zollverein. Mit Unterstützung von Kölbl Kruse und Konzentration auf Essen wurde „Das Ruhrgebiet“ zur Erfolgsstory. Atlantic Hotel für Übernachtung und Tagung waren top. Das Abendessen im Restaurant Bistecca auf Tagungslevel sogar herausragend. Das Kollegen-Fazit: „Jederzeit wieder ins Ruhrgebiet“.

Der immpresseclub e.V. lädt zweimal pro Jahr Immobilien- oder Medienprominenz zum Gespräch mit Journalisten ein. Weiterbildungscharakter hatte der Journalisten-Workshop „Presserecht für Journalisten“ mit dem Medienrechtler Philipp von Mettenheim.

Medienrechtler Philipp von Mettenheim
Medienrechtler Philipp von Mettenheim

Zu den Referaten: GdW Präsident Lutz Freitag kritisierte vor allem die aktuellen Kürzungspläne der Regierung. Allein die Mehrwertsteuer der angestoßenen Investitionen rechne die Förderung. Die monetäre Begründung der Kürzungsvorschläge mit Verweis auf sinkende Energiekosten sei vor dem ursprünglichen Hintergrund der Ressourcensicherung katastrophal. (Wir bereiten den Vortrag noch einmal für Sie in der nächsten Ausgabe auf.) Für Milliarden-Investor Clemens Vedder, Goldsmith, der gerade durch seinen Rücktritt von Kaufabsichten zu Kaufhof Schlagzeilen machte, sieht weder für Family Hoses noch für Gewerbeimmobilien in USA Entwarnung. Die Probleme seien noch nicht gelöst (siehe unten).

Markus Reithwiesner, GF der HMG Holding (Haufe Medien Gruppe) stellte unter dem Thema „Going Digital – die neue Rolle der Verlage im digitalen Geschäft“ die Perspektiven der Entwicklung der Medienlandschaft dar, die nachdenklich machte. Aus journalistischer Sicht dürften die Entwicklungen Auswirkungen auf die Nachfrage nach recherchierten journalistischen Beiträge ebenso haben wie auf die Honorare wie auch die abgefragte Qualität. Überlegen Sie einmal: Wie oft reicht Ihnen der Google-Wikipedia-Link aus, der sicherlich bei weitem nicht an die Brockhaus-Qualität heranreicht. Argumente des absoluten, digital nicht erreichbaren Qualitätsanspruches sind sicherlich zu überdenken. Und die nächste Revolution hat gerade erst begonnen Ausgabe auf.)
Wilhelm Wellner, ECE CIO (Chief Investment Officer) berichtete vom „Limbecker Platz“ und aktuellem Finanzierungsumfeld für Einkaufszentren.

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG konnte von einer beispiellosen Erfolgstory der Logistik-Drehscheibe Duisburg und der Entwicklung des Duisburger Hafens vom traditionellen Hafenumschlag hin zu Europas wichtigstem Hinterlandhub mit 1.350 ha Logistikfläche, 1,5 Mio. qm überdachter Lagerflächen und 110 Mio. Tonnen Güterumschlag jährlich berichten. Der Hafen steht seit 20 Jahren vor einem strukturellen Wandel vom schwerindustriegeprägten Zentrum hin zum Logistikstandort Nr. 1. Staake hat es dabei verstanden, den Hafen behutsam aus tief roten Zahlen zu einem profitablen Unternehmen zu gestalten. Staake lernte sein Handwerk u.a. bei Preussag, Bertelsmann und Philipp Holzmann.

Für Gäste und Kollegen: Die nächste Tagung des immpresseclub findet am 2. Dezember 2010 wieder im Hilton in Berlin statt. Wir starten jetzt mit der Organisation.

Text: Werner Rohmert und André Eberhard, Fotos: Re de Belleroche

Reiner Seelheim, Nordcapital und Charles Kingston, Real Estate Finance Intelligence Report EUROPE (links); Dirk Labusch, Chefredakteur Immobilienwirtschaft und Manfred Gburek, freier Journalist (rechts)
Reiner Seelheim, Nordcapital und Charles Kingston, Real Estate Finance Intelligence Report EUROPE (links); Dirk Labusch, Chefredakteur Immobilienwirtschaft und Manfred Gburek, freier Journalist (rechts)
Dr. Hubert Silberhorn, WealthCap, Dr. Christian Plöger, Jagdfeld Gruppe und Joachim Mur, WealthCap
Dr. Hubert Silberhorn, WealthCap, Dr. Christian Plöger, Jagdfeld Gruppe und Joachim Mur, WealthCap
Vortrag "Das Welterbe Zollverein"
Vortrag „Das Welterbe Zollverein“
Marion Götza, Redakteurin "Der Immobilienbrief" und Rechtsanwalt Hermann Marth, Stiftung Zollverein Essen
Marion Götza, Redakteurin „Der Immobilienbrief“ und Rechtsanwalt Hermann Marth, Stiftung Zollverein Essen
Blick auf die alte Zechenumgebung
Blick auf die alte Zechenumgebung

20100622155414i

immpresseclub e. V. – Jahreshauptversammlung in Berlin

Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten Eine hohe Zahl von Teilnehmern bei der Dezember-Tagung des immpresseclubs
Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten
Eine hohe Zahl von Teilnehmern bei der Dezember-Tagung des immpresseclubs

Am Donnerstag, dem 3.12.2009, tagte die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Immobilienjournalisten, immpresseclub e. V., in Berlin. Mit über 70 Teilnehmern, davon knapp 50 Journalisten der deutschsprachigen Immobilienjournalisten-Szene, hat der „inoffizielle Verband“ heute einen durchaus repräsentativen Charakter. Die übrigen Teilnehmer der Tagung bzw. der Jahreshauptversammlung waren Referenten, geladene Gäste und natürlich auch Sponsoren des immpresseclub. Der Verein führt regelmäßig zwei Mitgliedertreffen im Jahr durch. Im Sommer steht Weiterbildung und Kommunikation in lockerer Atmosphäre im Vordergrund. In der Dezember-Tagung kommen „Verbands“-Formalia und Strategiediskussionen hinzu. Für das Abendessen im feierlichen Rahmen stellte diesmal die Adlon Holding das Sterne-Restaurant „Gabriele“ zur Verfügung. Corpussireo und Anno August Jagdfeld „ergänzten“ das immpresseclub Abendessen-Budget auf restaurantadäquates Niveau.

Wir bereiten Ihnen für die erste Januar-Ausgabe die wichtigsten Referatsstatements auf. Allerdings lässt sich der Vortrag von Dr. Marc Weinstock, Vorstandsvorsitzender der HSH Real Estate AG zum Thema „Wirtschaft und Ethik“ nicht in zwei Sätzen zusammenfassen. Das machte die Diskussion klar. Ebenso arbeiten wir Ihnen den Vortrag von Prof. Dr. Volker Eichener, Rektor der EBZ Business School zur Renaissance urbanen Wohnens aus. Das regelmäßige Arbeitsthema „Fallen des Presserechtes“ von Philipp von Mettenheim soll an dieser Stelle kein Thema sein. Das ist Weiterbildung für unsere Kollegen und nicht für Sie.

Der Leiter der Sächsischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Johannes Beermann, berichtete in der Dinner Speech im lockeren Diskussionskreis und entsprechend mit der Bitte Verzicht auf Detailberichterstattung über die Koalitionsverhandlungen, finanzpolitische Aspekte und ihre Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. Die war allerdings so wenig präsent, dass wieder einmal der Reit als Erinnerung an die annähernd einzige erfolgreiche Lobbyarbeit der Gewerbeimmobilien-Verbände aus der Versenkung geholt wurde. Der kritische Beobachter konnte die ministerialen Statements durchaus so interpretieren, dass hier Verbands-Selbsteinschätzung und faktische Außenwirkung noch nicht synchron sind. Das bedarf wohl noch langwieriger Arbeit auf wenig spektakulärer Referentenebene. Aus der Sicht institutioneller Anleger gab DEKA GF Thomas Schmengler weitreichende Entwarnung für die Immobilienmärkte. In Deutschland beruhigt moderates Neubauvolumen in Verbindung mit weitreichenden Vorvermietungen. Frankfurt und Düsseldorf seien Verlierer der letzten Krise(n). Europa ist dagegen volatiler. Hier drücken im Schnitt größere Volumina. Rückläufige Nachfrage sei aber Hauptgrund für Leerstandsanstieg. Ab 2010 erwartet Schmengler wieder anziehende Preise. Risiken gebe es noch in USA und Asien durch hohen Refinanzierungsbedarf und auslaufende CMBS. Die Gefahr einer Kreditklemme bestehe weiter. Allerdings habe es in USA im aktuellen Zyklus nur ein geringes Neubauvolumen gegeben, so dass aus Investmentsicht kaum gute Immobilien auf dem Markt seien. Dennoch werde durch die schwache Nachfrage der Leerstandsscheitel diesmal mit 14,3% höher ausfallen.

Werner Rohmert (links) wurde erneut zum Vorsitzenden des immpresseclubs gewählt. – Hier mit Alterspräsident Wilfried Aufterbeck (rechts)
Werner Rohmert (links) wurde erneut zum Vorsitzenden des immpresseclubs gewählt.
– Hier mit Alterspräsident Wilfried Aufterbeck (rechts)

immpresseclub bestätigt Strategie und Vorstand

Die Mitglieder wählten einstimmig erneut den „Der Immobilienbrief“-Gründer und Herausgeber Werner Rohmert zum Vorsitzenden. Auch Peter Horn, Süddeutsche Zeitung, und Frank Peter Unterrreiner, FAZ-Beilagen und Immobilienbrief Stuttgart, wurden als Vorstände bestätigt. Neuer Schatzmeister, der immpresseclub Co-Gründer Rolf Ludwig Schön auf dessen Wunsch hin ablöste, ist Robert Scholl, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium, der auf langjährige ministeriale Haushaltserfahrung und Journalismus verweisen kann. Neuer Kassenprüfer ist Nikolaus von Raggamby, Immobilienredakteur der G + J Wirtschaftsmedien, u. a. FTD und Capital. Der immpresseclub sieht es als Aufgabe an, jedem an Immobilien interessierten Journalisten, insbesondere auch Freiberuflern, eine Informations- und Kontaktplattform zu bieten. Da die Arbeitsgemeinschaft nicht nur Tagungs- und Organisationskosten trägt, sondern subsidiär auch die Reisekosten der Kollegen übernimmt, testete der Erfolg des vergangenen Jahres gleichzeitig auch das Budget aus. Dennoch wurde die Linie des Vorstandes, auch zukünftig sich nicht zu kommerzialisieren und auch offen für jeden Immobilienjournalisten zu bleiben, bestätigt.

Feierliches Abendessen im Sterne-Restaurant "Gabriele" im Berliner Hotel Adlon
Feierliches Abendessen im Sterne-Restaurant „Gabriele“ im Berliner Hotel Adlon

immpresseclub Frühjahrstagung am 18. Juni 2009 in Hamburg

Die reguliertesten Märkte sind auch die innovativsten

Bei der traditionellen Frühjahrstagung des immpresseclub, dem Verein der deutschen Immobilienjournalisten, in Hamburg diskutierten über 40 Journalisten der Immobilien- und Fonds-Szene und circa 20 Referenten, Förderer und geladene Gäste über aktuelle Entwicklungen und die trübe Branchensituation.

Ein Blick nach oben kann nie schaden. Konferenzsaal im Maritim, Hamburg.
Ein Blick nach oben kann nie schaden. Konferenzsaal im Maritim, Hamburg.

In seiner Einleitung spannte der Vorsitzende Werner Rohmert den Bogen zwischen dem guten Gefühl, der Boden sei in Kürze erreicht, danach ginge es wieder aufwärts, sowie andererseits dem realen Blick in das (grausame) volks- und immobilienwirtschaftliche Zahlenwerk.

IVG-Vorstandsprecher Dr. Gerhard Niesslein erwartet: „2010 wird das Jahr unbeschreiblicher Herausforderungen“. Die Krise werde erst noch die Bevölkerung erreichen. Derzeit gebe es für die Immobilienwirtschaft noch keine echten Refinanzierungsprobleme. Die IVG-Situation stellte er offen dar. Mit jeweils 8% Mietauslauf im laufenden und im kommenden Jahr sei man nach der letzten Bewertungsrunde auf einer eher sicheren Seite. Gut liefen derzeit Geschlossene Immobilienfonds und auch die Neuvermietung.

Professor Dr. Hanspeter Gondring, Studiendekan der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, vermittelte einen Einblick in die Entstehung der Krise, deren Boden bereits Mitte der 80er Jahre gelegt wurde. Vor allem die amerikanische Politik, die jedem Einwohner der USA ein Haus ermöglichen wollte, sowie die darauf folgende Zinspolitik des amerikanischen Fiskus seien Schuld an der derzeitigen Situation. Hinzu käme, dass in Amerika Verbriefungen eine viel größere Rolle spielten als auf dem europäischen Finanzsektor. Für die nähere Zukunft zählt Gondring gleichfalls nicht zu den Optimisten. Referenten und Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass der Boden der Krise erreicht ist. „Der Flieger setzte auf. Jetzt kommt es drauf an, ob er wieder abhebt“, so Gondring zu den Zukunftsaussichten. Bereits vor 5 Jahren hatte Gondring in einem Artikel in „Der Immobilienbrief“ darauf hingewiesen, dass das System der Verbriefungen ein Fass ohne Boden wird. Allerdings war der Faktor „Gier frisst Hirn“ auch damals schon zu sehr in die Köpfe der Banker vorgedrungen.

Erich Gluch vom ifo-Institut verwies im späteren Referat darauf, dass ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler vor 5 Jahren festgestellt habe: Da (in der US-Wirtschaft) fahren lauter Besoffene herum. Das kann lange gut gehen, aber man kann darauf wetten, dass es irgendwann knallt.

Weitere Programmpunkte waren ein Bericht des GfK GeoMarketing GF Olaf Petersen über die Marktentwicklung und Perspektiven von Handelsimmobilien sowie ein Referat von Frank Sturm, GF-Vorsitzender der BLG Automobile Logistics GmbH & Co.KG zum Thema „Bedeutung der Logistik für die Immobilienwirtschaft“, der die Journalisten mit einem Dia-Feuerwerk von Lagerhallen seines Unternehmens zum Staunen brachte.

Die „masochistische Ader“ des Vereins wurde durch RA Phillipp von Mettenheim, der regelmäßig Journalisten in ihre rechtlichen Schranken verweist, in anderer Weise deutlich. Auch wenn die Veranstaltung des immpresseclub insgesamt nicht unbedingt Hoffnungen auf die nähere Zukunft der Branche nährte, ließen es sich Teilnehmer und Referenten nicht nehmen, wie bereits im letzten Jahr, wieder auf dem alten Feuerschiff im Hamburger Hafen die Frühjahrstagung (bis 03.30h – Dank an den Service) ausklingen zu lassen.

Liebe Kollegen und Förderer: Die nächste Veranstaltung des immpresseclub e.V. findet am 3. Dezember in Berlin statt.

20090622124636i

Teilnehmer immpresseclub Tagung 18.06.09, Hamburg:

Aufterbeck, Winfried, „Argetra Verlag“, Gründer und Eigentümer; Zwangsversteigerung,
Boutonnet, Beatrix, „Fondstelegramm“,
Bulwien, Hartmut, „Bulwien Gesa AG“,
Degener, Arne, „IMMOBILIEN weekly“, Chefredakteur,
Döbel, Thomas, „Elite Report“; Kooperationspartner „Handelsblatt“,
Eberhard, André, „Der Immobilienbrief“, Chefredakteur,
Eilrich, Thomas, „Cash“, stellv. Chefredakteur,
Escher, Dr. Gudrun, „Der Immobilienbrief Ruhr“, Chefredakteurin,
Fischer, Dr. Leo, „Welt“, „Welt a. S.“, freier Fondsjournalist,
Gburek, Manfred, „Immobilienwirtschaft“,
Gerharz, Markus, „Immobilien Manager Verlag“,
Gluch, Erich, „ifo Institut für Wirtschaftsforschung“,
Götza, Marion, „Der Immobilienbrief“,
Gottschalck, Arne, „Manager Magazin Online“,
Gotzi, Markus, „Der Fondsbrief“, Chefredakteur;
Fondsspezialist „FTD“, „n-tv“, „Welt“, „Welt a. S“,
Gümbel, Miryam „Abendzeitung München“,
Heintze, Alexander, „FTD“, „Capital“,
Horn, Peter, „Süddeutsche Zeitung“, Ressortleiter,
Junghanns, Dr. Karina, „Der Immobilienbrief“, stellv. Chefredakteurin,
Keudell, von Stephanie, „Private Equity Funds Quarterly Analysis“, Chefredakteurin,
„FTD“, „fondstelegramm“,
Kleine, Prof. Dr. Jens, Steinbeis Hochschule Berlin,
Krolkiewicz, Jürgen, Technik Wohnungswirtschaft heute, Redakteur, Buchautor, Fachjournalist,
Porten, Thomas, „Immobilien-Zeitung“, Chefredakteur,
Raggamby, von Nikolaus, „Wallstreet online“,
Richter, Sabine, Freie Journalistin,
Ries, Hans Christoph, Finanzjournalist/Investmentanalyst (DVFA),
Rohmert, Werner, „Der Platow Brief“, „Der Immobilienbrief“, Herausgeber,
Rozok, Martina, „ROZOK Communication Consulting“,
Rullkötter, Stefan, „Wirtschaftsmagazin €uro“,
Schön, Rolf, Freier Fachjournalist,
Schöneich, Dorothee, „Finanzwelt“, Herausgeberin,
Schönfels, von Kaspar, „Elite Report“, Chefredakteur; „immobilien business“,
Schönfels, von Re, Freie Journalistin,
Trusheim, Dirk, „gb-report“, Chefredakteur; „bauverlag“, „TGAgentur GmbH“,
Unterreiner, Frank Peter, „Immobilienbrief Stuttgart“, Chefredakteur; FAZ-Beilagen,
Uttich, Steffen, „FAZ“, Ressortleiter Immobilien,
Vierbuchen, Dr. Ruth, „Handelsimmobilien Report“, Chefredakteurin;
Autorin „Süddeutsche Zeitung“,
Wachter, Dr. Alexander, „Thomas Daily News“, Chefredakteur,
Warda, Gerd, „Wohnungswirtschaft heute“, Chefredakteur,
Westphal, Jan, freier Journalist,
Willhardt, Rahel, freie Journalistin,
Wüst, Birgitt, Redaktorin, Immobilien Business Verlags AG.

immpresseclub-Treffen in Berlin Dezember 2008

Tagungsort Hilton in Berlin
Tagungsort Hilton in Berlin

Schneegestöber und durchdringende Kälte in Berlin bildeten im Einklang mit dem Finanzmarkt- und Medienpersonal-Klima den Rahmen für die Tagung des immpresseclub e. V., der Arbeitsgemeinschaft (inoffizieller Verband) der deutschen Immobilienjournalisten. 60 Teilnehmer, die nahezu alle relevanten Fachmedien und Tageszeitungen der Immobilienjournalisten repräsentierten, und einige geladene Gäste diskutierten über aktuelle Themen.

Tagungsraum im Hilton, Werner Rohmert und Andreas Pohl, Vorstand der Deutschen Hypo, Hannover
Tagungsraum im Hilton, Werner Rohmert und Andreas Pohl, Vorstand der Deutschen Hypo, Hannover

Mit Andreas Pohl, Vorstand der Deutschen Hypo, Hannover, stellte sich – in dieser Zeit eher selten – auch ein Bankvorstand den Fragen des immpresseclub-Vorsitzenden Werner Rohmert. Pohl sieht die aktuelle Krise nicht allein als zyklische Schwankung, sondern als Störung des Systems und erwartet eine darüber hinausgehende langfristige Bedeutung der Verwerfungen. Aktuell sei das Funding, also die Bildung von Konsortien für die Refinanzierung von Großprojekten – in Deutschland weitgehend zum Erliegen gekommen. Das schließe selektives Neugeschäft allerdings nicht aus. Im Gewerbe- und Bauträgerbereich sei aber eine Finanzierung derzeit nicht einfach. Ein solides Geschäftskonzept und langjährige Bank-Beziehungen seien eine gute Verhandlungsbasis. Die Ausgliederung des Immobilienfinanzierungsbereichs der Nord/LB in die Deutsche Hypo sei Ausdruck für eine steigende Bedeutung des Immobiliengeschäftes im Konzern der Nord/LB.

Den Hinweis des Interviewers, aus Praxisgesprächen erfahre man allgemein, dass Neugeschäftsanfragen das Benzingeld nicht wert seien, Prolongationen mit Erhöhung von Sicherheiten und Konditionen verknüpft würden und gerade gute Kunden eine kräftige Erhöhung der „Risikomargen“ hinnehmen müssten, weil sie ja doch keine Chance eines Bankenwechsels hätten, ließ Pohl für sein Haus – vielleicht auch im Gegensatz zu manchen großen Häusern – auf Grund der engen persönlichen Kundenbindung und langfristiger Ausrichtung nicht gelten.

Dr. Thomas Beyerle, Direktor Research & Strategy Degi Research; Reiner Seelheim, Geschäftsführer Nordcapital und Matthias Niemeyer, Bereichsleiter Management-Immobilien Stiwa
Dr. Thomas Beyerle, Direktor Research & Strategy Degi Research; Reiner Seelheim, Geschäftsführer Nordcapital und Matthias Niemeyer, Bereichsleiter Management-Immobilien Stiwa

Die Tagung machte deutlich, dass derzeit wohl niemand weiß, wo der Weg nächstes Jahr hinführt. Rezession, Umsatzeinbußen und Angst um den eigenen Arbeitsplatz werden wohl das nächste Jahr bestimmen. So verpuffte fast schon das Plädoyer von DEGI-Researcher Thomas Beyerle für Green Buildings. Die Energiepreise sind wieder unten. Die Branche hat andere Probleme. Dennoch ist aber sicher, dass das Thema für die Zukunft der Branche von Bedeutung ist. Es stellt sich aus Sicht des immpresseclub-Vorsitzenden Werner Rohmert aber die Frage, inwieweit bei der „Green Building“-Diskussion nicht Marketingaspekte überwiegen. Der Neubau erfüllt in Deutschland nach bestehenden Regelungen sowieso Vorgaben, die international für erstklassige Beurteilungen ausreichten. Die Probleme liegen auch vielmehr im Bestand. Auch Buddy Roes, Country Manager ING Real Estate, der die Einzelhandelsimmobilie als wichtiges Immobilien-Investment der Zukunft ansieht, hörte sich im Vorgespräch zur Jahresmitte noch deutlich optimistischer an. Wichtiger Vorteil der Einzelhandelsimmobilie ist der eingebaute Inflationsschutz über die Umsatzabhängigkeit der Mieten. Der Vortrag von Rechtsanwalt Stephan Gautier über Urheberrecht stieß im aktuellen Umfeld erheblicher Journalistenfreisetzungen auf besonderes Interesse bei den Journalisten-Kollegen.

Beim Mitglieder-Treffen erfolgte die Wahl des Vorstands des immpresseclub e.V.: Werner Rohmert wurde als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt. Stellvertreter: Peter Horn und Frank-Peter Unterreiner, Schatzmeister Rolf Ludwig Schön, Kassenprüfer Robert Scholl. Das nächste Club-Treffen findet am 18. Juni 2009 voraussichtlich in Hamburg statt. Autor: André Eberhard, Chefredakteur „Der Immobilienbrief“

Petra Rohmert, Arne Degener und Bea Steindor, Pressesprecherin der Kölbl Kruse
Petra Rohmert, Arne Degener und Bea Steindor, Pressesprecherin der Kölbl Kruse

Clubtreffen in Hamburg

Zur Sommerveranstaltung des immpresseclubs am 5. Juni 2008, kamen insgesamt 50 Personen, Immobilienjournalisten, Fördermitglieder, Referenten und Gäste nach Hamburg ins Maritim-Hotel.

Michael Ullmann, Geschäftsführer der Münchener Orlando Real Estate hielt einen Vortrag über das Büroflächenangebot, dass quantitativ für Jahrzehnte ausreichen könnte. Im Vergleich verfügt München über drei bis fünfmal soviel Bürofläche pro Einwohner wie die teuren Weltmetropolen London, New York, Paris oder Moskau. Entsprechend wird dort bei sowieso noch höherer Wertschöpfung ein Vielfaches an Bruttosozialprodukt pro Fläche erwirtschaftet wie in deutschen Städten. Gleichzeitig wird in Deutschland immer noch relativ mehr gebaut als in den internationalen Hauptstädten.

Phillip von Mettenheim, OMG Mettenheim und Gautier, traf mit seinem Vortrag zu Risiken beim Äußerungsrecht den persönlichen Nerv der Journalisten und sorgte für eine lebhafte Diskussion. Die Verbandsvorstellungen bei den Journalisten machten Professor Dr. Monika Dobberstein für die Gesellschaft für immobilienwirtschaftlliche Forschung e.V. (gif) und Dr. Gernot Archner für die BIIS Bundesverband der Immobilien-Investment Sachverständigen e.V. Euroshop AG Vorstand Claus-Matthias Böge sprach zu Erfolgsstrategien im Gegenwind.

20080911154510i

Die anschließende Führung durch die HafenCity, an diesem sonnigen Sommertag zeigte den neuen Hamburger Stadtteil , der auf der ehemaligen Speicherstadt entsteht, von der besten Seite. Dies ist eines der größten städtebaulichen Projekte der Geschichte.

Staunen der Teilnehmer: Diese Stadt schafft einen großen Sprung in die Zukunft. Die HafenCity ist das Paradebeispiel. Endlich wird groß gedacht und nicht klein klein gezankt! Gespannt lauschten alle den Ausführungen von Jürgen Bruns-Berenteig, dem Geschäftsführer der Hafen City Hamburg.

Auf 155 Hektar Wasser und Landfläche entstehen 5.500 Wohnungen für bis zu 12.000 Menschen und über 40.000 Arbeitsplätze. Die Hamburger Innenstadt wird so um 40 Prozent erweitert. Es befinden sich circa 50 Projekte entweder in Planung, im Bau oder sind bereits realisiert. Sogar eine U-Bahnlinie wird unter den verschiedenen Hafenbecken gebaut, um die HafenCity an die Infrastruktur Hamburgs anzugliedern.

20080911154536i

immpresseclub e.V. Mitgliederversammlung

Der immpresseclub e.V., tagte am 06.12.2007 im Berliner Hilton Hotel. Als Referenten waren Fortress-Deutschland Chef Matthias Moser, Professor Karl Georg Loritz zur „Steuerzukunft“ und Portfoliospezialist Michael Bernhardt von der Rechtsanwaltskanzlei Willkie Farr & Gallagher geladen. CorpusSireo Chef Michael Zimmer gab einen Ausblick auf die realwirtschaftlichen Auswirkungen der Finanzkrise.

Auf der Mitgliederversammlung wurde der Vorsitzende Werner Rohmert, Gründer und Herausgeber von „Der Immobilienbrief“ und seit 20 Jahren Immoblilien- und Fondsspezialist von „Der Platow Brief“ wiedergewählt. Peter Horn, Süddeutsche Zeitung, wurde als Stellvertreter bestätigt. Jens Friedemann, Immobilienressortleiter der FAZ und „elder statesman“ der Szene, reichte zur Verjüngung des Vorstandes sein Mandat an Frank Peter Unterreiner, ebenfalls FAZ und Immobilienbrief STUTTGART. Robert Scholl bleibt Kassenprüfer.

Im Frühjahr wird der Vorstand zu einem Strategiemeeting in kleiner Runde einladen. Peter Horn beabsichtigt, einen süddeutschen immpresseclub-Stammtisch zu organisieren. Termine für die geplanten immpresseclub e.V. Veranstaltungen sind der 5.Juni und der 3.Dezember 08.